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+++ Liveticker zum Berufungsverfahren in Moskau+++ Gericht vertagt Prozeß um Pussy Riot

1. Oktober 2012

Gericht vertagt Prozess um Pussy Riot

+++ Liveticker zum Berufungsverfahren in Moskau+++

Verschoben auf den 10. Oktober: In Moskau hat ein Gericht das Berufungsverfahren um die regierungskritische Punk-Band Pussy Riot vertagt. Grund sind Unklarheiten um den Rechtsbeistand einer der Frauen. Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen im Liveticker.

Spektakulärer Prozeß in Moskau: Jekaterina Samuzewitsch, Maria Aljochina, und Nadeschda Tolokonnikowa (v.l.) sind drei Mitglieder der politischen Punkband Pussy Riot.

Am Montag sollte ein Gericht entscheiden, ob die Musikerinnen für zwei Jahre in ein Straflager müssen.

Moskau – Das Berufungsverfahren gegen die drei russischen Sängerinnen der regierungskritischen Punkband Pussy Riot dauerte am Montag nicht lange: Nach etwas mehr als einer Stunde wurde das Verfahren auf den 10. Oktober 2012 vertagt. Das Gericht in Moskau folgte damit dem Antrag einer der jungen Frauen, die sich von ihren Anwälten trennte und damit zurzeit keinen Verteidiger hat.

  • Jekaterina Samuzewitsch beantragte zu Beginn der Anhörung am Montagmorgen, den Anwalt zu wechseln.
  • Die Richter lehnten die Eingabe zunächst ab, boten ihr aber wenig später an, eine förmliche Ablehnung ihrer Verteidiger zu beantragen.
  • Laut Interfax erklärten die beiden anderen Musikerinnen, keinen Antrag auf Ablehnung ihrer Verteidiger stellen zu wollen.

Die inhaftierten Musikerinnen waren Mitte August wegen einer regierungskritischen Aktion in einer Moskauer Kirche zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden.

Die Verteidiger der Frauen gehen nicht davon aus, daß die Berufung Erfolg hat, sondern rechnen maximal mit einer Reduzierung der Haftstrafe um sechs Monate. Der Fall löste international Kritik aus und führte zu weltweiten Solidaritätsbekundungen für die jungen Frauen.

So lief die Gerichtssitzung – das Minutenprotokoll:

Spektakulärer Prozess in Moskau: Jekaterina Samuzewitsch, Maria Aljochina, und Nadeschda Tolokonnikowa (v.l.) sind drei Mitglieder der politischen Punkband Pussy Riot. Am Montag sollte ein Gericht entscheiden, ob die Musikerinnen für zwei Jahre in eine Straflager müssen.

Spektakulärer Prozess in Moskau: Jekaterina Samuzewitsch, Maria Aljochina, und Nadeschda Tolokonnikowa (v.l.) sind drei Mitglieder der politischen Punkband Pussy Riot. Am Montag sollte ein Gericht entscheiden, ob die Musikerinnen für zwei Jahre in eine Straflager müssen.

+++ Gericht vertagt Sitzung +++

[10.13 Uhr] Das Gericht beschließt, daß Samuzewitsch erst dann wieder vor Gericht erscheinen muß, wenn sie einen offiziell bestellten Anwalt hat. Die Sitzung wird geschlossen, das Verfahren wird vertagt auf den 10. Oktober 2012 um 11 Uhr im selben Saal 338 des Moskauer Gerichts.

Das Verfahren hat weltweit für großes Aufsehen gesorgt: Die Frauen hatten Kremlchef Wladimir Putin während eines Punk-Gebets in einer Kirche scharf kritisiert - und waren dafür im August verurteilt worden. Nun läuft die Berufung. Die Verhandlung am Montag wurde jedoch schon nach rund einer Stunde auf den 10. Oktober vertagt. Der Grund: Samuzewitsch war ohne juristische Vertretung erschienen.

Das Verfahren hat weltweit für großes Aufsehen gesorgt: Die Frauen hatten Kremlchef Wladimir Putin während eines Punk-Gebets in einer Kirche scharf kritisiert – und waren dafür im August verurteilt worden. Nun läuft die Berufung. Die Verhandlung am Montag wurde jedoch schon nach rund einer Stunde auf den 10. Oktober vertagt. Der Grund: Samuzewitsch war ohne juristische Vertretung erschienen.

+++ Tolokonnikowa sucht Blickkontakt mit ihrem Mann +++

[10.05] Vor dem Glaskäfig, in dem die Pussy-Riot-Bandmitglieder sitzen, haben sich drei Polizisten postiert. Von den Besucherbänken sind die drei Frauen kaum zu sehen.

  • Tolokonnikowa sucht den Blickkontakt mit ihrem Mann Pjetr Wersilow. Der sitzt in der ersten Reihe.
Strenge Sicherheitsvorkehrungen: Die Polizei sicherte das Gericht in Moskau mit einem Großaufgebot. Unterstützer und Gegner von Pussy Riot hatten Proteste angekündigt.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen: Die Polizei sicherte das Gericht in Moskau mit einem Großaufgebot. Unterstützer und Gegner von Pussy Riot hatten Proteste angekündigt.

+++ Anwältin der Geschädigten wirft Pussy Riot Verzögerungstaktik vor +++

[10.00 Uhr] Die Anwältin der Geschädigten wirft Samuzewitsch vor, mit ihrem Antrag den Prozeß verzögern zu wollen.

+++ Großer Andrang vor dem Gericht +++

[9.56 Uhr] Vor dem Eingang zum Gericht haben sich mehr als hundert Vertreter verschiedener politischer und gesellschaftlicher Gruppierungen versammelt.

Beste Laune trotz ungewisser Aussichten: Die drei Musikerinnen verfolgten den Prozess hinter getönten Scheiben in einer abgedunkelten Zelle.

Beste Laune trotz ungewisser Aussichten: Die drei Musikerinnen verfolgten den Prozess hinter getönten Scheiben in einer abgedunkelten Zelle.

Auch viele Unterstützer der Punk-Band sind darunter. Aber auch russisch-orthodoxe Gläubige sind gekommen, um ihre Meinung kundzutun. Sie sitzen und beten still, einige rufen: „Christus ist auferstanden!“

  • Zwischen dem Anwalt Mark Feigin und den bulligen Gerichtsdienern entwickelt sich ein Wortgefecht:
  • „Bürger, drei Schritte zurück“, ruft der Gerichtsdiener.
  • „Ich schreibe eine Beschwerde“, kontert der Anwalt Mark Feigin.

+++ Gericht befragt Bandmitglieder +++

[9.36 Uhr] Tolokonnikowa und Aljochina werden nach ihren Anwälten gefragt. Sie erklären, daß sie von den Anwälten Fejgin, Wolkowa, Torokuchin vor Gericht vertreten werden.

  • Tolokonnikowa und Aljochina betonen, daß die Verhandlung nicht stattfinden könne, wenn Samuzewitsch keine juristische Vertretung hat.
  • Die Verhandlung wird erneut unterbrochen.

+++ Samuzewitsch will neuen Anwalt +++

[9.20 Uhr] Jekaterina Samuzewitsch verzichtet auf die Dienste ihrer Anwältin Violetta Wolkowa.

Journalisten, Unterstützer und Beobachter konnten die Verhandlung außerhalb des Gerichtssaals auf Bildschirmen verfolgen.

Journalisten, Unterstützer und Beobachter konnten die Verhandlung außerhalb des Gerichtssaals auf Bildschirmen verfolgen.

Jekaterina Samuzewitsch begründet dies damit, daß sie mit ihr in bestimmten Positionen nicht übereinstimmt. Laut Aussage von Jekaterina Samuzewitsch hat sie einen neuen Anwalt, der aber noch nicht offiziell bestellt ist. Das Gericht will von Jekaterina Samuzewitsch wissen, worin die Uneinigkeit mit der Anwältin bestehe. Darauf gibt Jekaterina Samuzewitsch  keine Antwort. Das Gericht legt eine kurze Verfahrenspause ein.

  • Die Anwälte hatten schon am Sonntagabend berichtet, es werden von Verwandten Druck auf Jekaterina Samuzewitsch ausgeübt, die Anwälte zu wechseln.

+++ Bewaffnete Polizisten patrouillieren im Gerichtssaal +++

[9.10 Uhr] Nadeschda Tolokonnikowa, 22, Maria Aljochina, 24, und Jekaterina Samuzewitsch, 30, sitzen in einer mit getönten Scheiben abgedunkelten Zelle. Im Gerichtssaal patrouillieren Sicherheitskräfte mit Maschinenpistolen.

+++ Anwalt lehnt Forderungen der orthodoxen Kirche ab +++

[8.35 Uhr] Ein Anwalt der Pussy Riots hat die Forderungen der orthodoxen Kirche nach Buße zurückgewiesen.

„Falls mit Buße ein Schuldeingeständnis gemeint ist, so ist das sehr unwahrscheinlich“, sagte Verteidiger Mark Fejgin am Montag.

Die jungen Frauen hätten stets klar gemacht, dass sie ihr umstrittenes Punk-Gebet gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche als politische Performance sehen.

+++ Anhänger und Gegner wollen protestieren +++

[7.54 Uhr] Vor der Berufungsverhandlung gegen drei Mitglieder der russischen Polit-Punkband Pussy Riot hat die Moskauer Polizei rund um das Gericht ein Großaufgebot zusammengezogen. Streifenwagen patrouillierten die Umgebung, wie die Agentur Interfax am Montag meldete.

Anhänger und Gegner der inhaftierten Frauen haben Proteste angekündigt. Das Gericht soll das Urteil prüfen. Die Frauen waren nach einem Punkgebet gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche zu je zwei Jahren Straflager verurteilt worden.

Der Richterspruch wegen Rowdytums aus religiösem Haß hatte weltweit für Empörung gesorgt.

Die Anwälte kritisieren das Urteil als politisch motiviert.

One Comment leave one →
  1. Nasi Chaim Dönitz einzig wahrer Freund der Juden auf der Welt permalink*
    1. Oktober 2012 11:07

    Reblogged this on alexanderplatz 1 berlin – wir sehen uns.

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