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Chinesen demonstrieren gegen japanischen Inselkauf

16. September 2012

Streit um Inselgruppe

Chinesische Demonstranten sammeln sich vor der japanischen Botschaft, um ihrem Ärger über den Kauf einer Inselgruppe im Ostchinesischen Meer durch Japan Luft zu machen

Chinesische Demonstranten sammeln sich vor der japanischen Botschaft, um ihrem Ärger über den Kauf einer Inselgruppe im Ostchinesischen Meer durch Japan Luft zu machen

In China haben anläßlich des Streits um eine Inselgruppe erneut hunderte Menschen gegen Japan protestiert. Sie kamen vor der japanischen Botschaft in Peking zusammen und riefen: „Japan, verschwinde aus China!“.

Die Menge sang die chinesische Nationalhymne und bewarf die diplomatische Vertretung Japans mit Wasserflaschen.

National emblem of the People's Republic of China

National emblem of the People’s Republic of China (Photo credit: Wikipedia)

Die chinesische Polizei hat ihre Kräfte in Peking deutlich verstärkt und das Gebiet rund um die japanische Botschaft noch weiträumiger abgesperrt als am Vortag.

Die „South China Morning Post“ meldete am Sonntag die schwersten Auseinandersetzungen aus Shenzhen, wo die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzte, um einige Tausend Demonstranten aus einer Hauptstraße zu vertreiben. In der Wirtschaftsmetropole Shanghai protestierten rund 200 Menschen vor dem japanischen Generalkonsulat. Auch in der südwestchinesischen Stadt Chengdu kam es zu antijapanischen Demonstrationen.

Proteste in etwa 50 chinesischen Städten

Am Samstag hatten Chinesen in rund 50 Städten landesweit gegen Japan demonstriert. Medien in Japan berichteten auch von Übergriffen auf japanische Geschäfte und Restaurants. Japans Außenminister Koichiro Gemba brach einen Besuch in Australien ab und kehrte nach Tokio zurück.

Japans Ministerpräsident Yoshihiko Noda rief die Volksrepublik angesichts der Lage auf, die Sicherheit der Bürger seines Landes zu garantieren. „Die Situation ist eine große Enttäuschung für uns, und deshalb protestieren wir“, sagte Noda am Sonntag im japanischen Fernsehen.

„Wir möchten, das China die Lage überwacht, so daß japanische Bürger und Unternehmen in China nicht gefährdet sind.“

View of Hua Qiang Bei road (Futian District) i...

View of Hua Qiang Bei road (Futian District) in Shenzhen, China (Photo credit: Wikipedia)

„Gebt uns unsere Inseln zurück! Raus mit den japanischen Teufeln!“ skandierten die Demonstranten am Samstag in Peking.

Einer hielt ein Schild hoch mit der Aufschrift „Wir müssen für die Ehre des Mutterlandes Japan den Krieg erklären“.

Ein Wanderarbeiter aus Guangxi erklärt:

„Wir hassen Japan. Wir haben Japan schon immer gehaßt. Japan hat China überfallen und hat viele Chinesen getötet. Wir werden das niemals vergessen.“

Bei der japanischen Besetzung Chinas im Zweiten Weltkrieg waren Millionen Chinesen getötet worden.

Unbewohnte Felsinseln in Privatbesitz

Hintergrund der Proteste ist der jahrelange Streit um eine Inselgruppe, die beide Staaten beanspruchen. Am Dienstag hatte Japan beschlossen, dem Privatbesitzer die unbewohnten Felsinseln abzukaufen. China bezeichnete dies als Provokation. Die umstrittene Inselgruppe, die in China Diaoyu und in Japan Senkaku heißt, liegt rund 200 Kilometer von Taiwan und rund 2.000 Kilometer von Tokio entfernt.

Yoshihiko Noda, Minister of Finance, met Timot...

Yoshihiko Noda, Minister of Finance, met Timothy Geithner, Secretary of the Treasury, at the Department of the Treasury in Washington, D.C. on April 15, 2011. (Photo credit: Wikipedia)

Vier der fünf Inseln sind bislang in japanischem Privatbesitz, eine gehört der Stadt Tokio. Die Inselgruppe ist von strategisch wichtiger Bedeutung, zudem werden auf dem Meeresboden Öl- und Gasvorkommen vermutet.

 

Im Streit um die Inselgruppe hatte China am Freitag sechs Patrouillenboote zu dem Archipel geschickt. Während Japans Regierung von einem „beispiellosen Vorfall“ sprach, erklärte China, seine Interessen vor Ort vertreten zu wollen.

One Comment leave one →
  1. Karl Dönitz - wir machen weiter permalink*
    16. September 2012 14:41

    Reblogged this on alexanderplatz 1 berlin – wir sehen uns.

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