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Moskauer Gericht spricht Pussy Riot schuldig

17. August 2012
Vladimir Putin - Caricature

Vladimir Putin – Caricature (Photo credit: DonkeyHotey)

Ein russisches Gericht hat entschieden, dass die drei Musikerinnen von Pussy Riot des „Rowdytums aus religiösem Hass” schuldig sind. Das Strafmaß steht noch nicht fest.

Ein Moskauer Gericht hat die drei Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot nach ihrem Protest gegen Kremlchef Wladimir Putin in einer Kirche wegen Rowdytums schuldig gesprochen. Das sagte Richterin Marina Syrowa am Freitag.

Die Frauen waren wegen „Rowdytums aufgrund von Religionshass“ angeklagt. Ihnen drohen bis zu drei Jahre Haft. Das Straßmaß soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. Die Urteilsverkündung wurde weltweit live übertragen.

Sie warf den Angeklagten vor, mit ihrem Protest in der Erlöserkathedrale in Moskau am 21. Februar die Gefühle der Gläubigen auf das Gröbste verletzt zu haben. Die Künstlerinnen hatten dort ein Punkgebet gegen Putin aufgeführt. Insgesamt hatten die Ermittler 3000 Seiten Unterlagen zu dem etwa einminütigen Gebet zusammengetragen.

Die Staatsanwaltschaft hat für die Künstlerinnen Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Aljochina (24) und Jekaterina Samuzewitsch (30) drei Jahre Gefängnis beantragt, die Verteidigung Freispruch. Die Anwälte von Pussy Riot wollen das Urteil in der nächsten Instanz anfechten. Vor dem Gericht protestierten Anhänger gegen den Schuldspruch.

English: Vladimir Putin at school age

English: Vladimir Putin at school age (Photo credit: Wikipedia)

Während des Prozesses hatte die Anklage darauf bestanden, dass die Aktion in der Kirche keinerlei politische Motivation gehabt hätte. Pussy Riot hingegen wiederholten, dass alle ihre Lieder vor allem politisch und gegen das autoritäre Regime von Putin gerichtet seien. In ihrem letzten Wort hatten sie sich in eine Reihe mit Dissidenten gestellt, die in der Sowjetzeit für ihre politischen Ansichten verfolgt wurden.

Michail Gorbatschew nannte am Donnerstag den Prozess „eine Aktion, die niemand braucht“. „Dieser Fall gehört nicht ins Gericht“, sagte er im Interview mit dem Radiosender BBC. Am 2. August, als der internationale Druck und Kritik an die russische Justiz gewachsen war, hatte sich Präsident Wladimir Putin in London zu dem Fall geäußert: Pussy Riot hätten ihre Lektion bereits gelernt und sollten nicht zu hart bestraft werden, sagte er.

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