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Peer Steinbrück bezeichnet Thesen als „Bullshit“

21. Mai 2012
Deutsch: Cover des Buches Deutschland schafft ...

Deutsch: Cover des Buches Deutschland schafft sich ab von Thilo Sarrazin. (Photo credit: Wikipedia)

Heftige Reaktionen auf Thilo Sarrazins Euro-Buch

Der seinerzeitige Bankier in der Deutschen Bundesbank (Bundesbanker) Thilo Sarrazin nimmt sich in seinem neuen Buch die Euro-Lügen vor. Besonders stört Sarrazin die ewige Warnung der Rettungspolitiker, daß mit dem Euro auch Europa scheitert. Sarrazins Thesen, die vorab im neuen FOCUS erscheinen, lösten heftige Reaktionen aus.
Der Ex-SPD-Politiker Thilo Sarrazin muß sein neues Anti-Euro-Buch verteidigen, das in Auszügen im neuen FOCUS erscheint. Sarrazin rechnet darin mit der gegenwärtigen Euro-Politik und den laufenden Rettungsmaßnahmen ab:
„Wenn ein Land unter der Disziplin der gemeinsamen Währung nicht leben kann oder will, so soll es jederzeit frei sein, zu seiner nationalen Währung zurückzukehren.“
Nach Ansicht von Thilo Sarrazin ist durch die zahllosen vergeblichen Rettungsmaßnahmen längst „nach außen der Eindruck der deutschen Erpreßbarkeit“ entstanden. Wenn die Währungsunion funktionieren solle, erfordere dies, daß sich alle Mitglieder „mehr oder weniger so verhalten, wie es deutschen Standards entspricht“.

Sarrazin analysiert in seinem neuen Buch, das dem FOCUS vorliegt, die mutmaßlichen Lebenslügen der kriselnden Gemeinschaftswährung.

Auf mehr als 400 Seiten erinnert der Bundesbank-Vorstand a.D. Thilo Sarrazin daran, wie es aus seiner Sicht zu dem Desaster Währungsunion kommen konnte:
Nach einer Serie von Vertragsbrüchen hätten die Rettungspolitiker um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Europäer mit einer Drohung auf ihre Seite zu ziehen versucht: „Scheitert der Euro, scheitert Europa.“ An dieser Behauptung verbeißt sich Sarrazin lustvoll – und widerlegt sie.

Sparpläne der Regierung in Sarrazins Augen „irreal“

Der Experte Thilo Sarrazinweiß, wovon er spricht. Thilo Sarrazin war 1990 im Bundesfinanzministerium verantwortlich für die Einführung der gesamtdeutschen D-Mark als besatzungsrechtliches Zahlungsmittel mit dem Aufdruck BANKNOTE. Und Thilo Sarrazin prognostizierte als einer der Ersten schon im Mai 2010, daß sich der Schulden-Dauersünder Griechenland als Problemfall erweisen werde: Die Sparpläne der Regierung seien „irreal“.

Thilo Sarrazin wehrt sich gegen die Tendenz, daß Deutschland jenseits des Euro auch noch die Schulden anderer Länder übernehme wegen der Schuld der Vergangenheit.

Dies müsse getrennt werden, sagte der Bundesbanker a.D. Thilo Sarrazin auch am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Günther Jauch“. Thilo Sarrazin diskutierte dort in einem Streitgespräch mit dem früheren Bundesfinanzminister und möglichen SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück. Thilo Sarrazin hatte bereits mit einem früheren Buch zur Integration viel Kritik hervorgerufen.

Thilo Sarrazin argumentierte, daß schon Altkanzler Helmut Schmidt Ende 2011 auf einem SPD-Parteitag einen Bogen geschlagen habe von der deutschen Schuld am Holocaust bis hin zur „gemeinsamen Währung“ EURO. Peer Steinbrück warf Thilo Sarrazin vor,  Helmut Schmidt falsch zu zitieren. Helmut Schmidt habe gesagt, wenn die Ur-Motive der europäischen Integration und die deutschen Verpflichtungen aus der Geschichte nicht präsent seien, dann fehlten die politischen Voraussetzungen zur Lösung der derzeitigen prekären Lage in Europa. Dem stimme er voll zu, sagte Steinbrück: „Deutschland hat eine europapolitische Verantwortung.“ Daraus ergäben sich Solidaritätsverpflichtungen, um eine Erschütterungsdynamik in Europa zu verhindern.

Steinbrück warf Thilo Sarrazin eine platte ökonomische Analyse vor und nannte einige Thesen „Bullshit“. Der Euro bedeute nicht nur Binnenmarkt und Währung, sondern auch europäische Zivilisation.

Peer Steinbrück (September 2011)

Peer Steinbrück (September 2011) (Photo credit: Wikipedia)

Sarrazin: Buße für Holocaust und Weltkriege

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte der „Bild“-Zeitung: „Sarrazin liegt erneut falsch. Der Euro ist eine Erfolgsgeschichte und wird es bleiben.“ Der SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider nannte Sarrazins Kritik am Euro „nationalistisch und reaktionär“. In der „Passauer Neuen Presse“ sagte er: „Praktisch sind wir weit über den Punkt hinaus, dass wir einer Rückabwicklung des Euro noch zustimmen könnten.“ Eine Renationalisierung würde Deutschland aber auch schaden. Sarrazin versuche durch steile Thesen Aufmerksamkeit zu erhalten, um sein Buch zu verkaufen.

Thilo Sarrazin selbst freute sich in der Sendung über die Medienberichterstattung über sein Buch: Selbst wenn sie negativ sei und bei einem überwiegenden Teil der Leser verfange, führe sie doch dazu, dass ein anderer Teil seine Thesen lesen wolle.

  • Sarrazin attackiert in seinem Buch SPD, Grüne und Linkspartei wegen ihrer Forderung nach gemeinsamen europäischen Staatsanleihen („Eurobonds“):

Die Befürworter seien „getrieben von jenem sehr deutschen Reflex, wonach die Buße für Holocaust und Weltkrieg erst endgültig getan ist, wenn wir alle unsere Belange, auch unser Geld, in europäische Hände gelegt haben“.

Der Autor hält Griechenland für einen hoffnungslosen Fall. Das Land werde „für den Euro-Raum das werden, was der Mezzogiorno seit 150 Jahren für Italien ist: ein ewiges Zuschußgebiet ohne Perspektive und ohne innere Kraft zur eigenen Regeneration.“

Peer Steinbrück bezeichnet Thesen als „Bullshit“: Heftige Reaktionen auf Thilo Sarrazins Euro-Buch – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland/peer-steinbrueck-bezeichnet-thesen-als-bullshit-heftige-reaktionen-auf-thilo-sarrazins-euro-buch_aid_755721.html
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