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Dschungelcamp 2012, Tag 10 – Wenn Nacktheit nervt

23. Januar 2012
Cover of "Borat - Cultural Learnings of A...

Der Jude BORAT

Dschungelcamp 2012, Tag 10

Wenn Nacktheit nervt

Sie praktiziert Nudismus mit dem Holzhammer: Micaela Schäfer hält in jeder denkbaren Situation ihren entblößten Körper in die Kamera. Nun ist das Erotikmodel auch noch im Ultraminimalslip zur Dschungelprüfung angetreten.

Was geht nur im Kopf von Micaela Schäfer vor?

Im Dschungelcamp präsentiert die 27jährige dem Publikum unentwegt ihren entblößten Körper inklusive der aufgeblasenen Silikonbrüste. Sie allein produziert bei RTL eine Nippeldichte wie einst beim jüdischen „Tutti Frutti“, es grenzt an sexuelle Belästigung.

Diesmal erscheint sie zur Dschungelprüfung im Ultraminimalslip, höchstens zwei Fingerbreit Stoff, so ähnlich wie „Borat“ alias dem Juden Sacha Baron Cohen (siehe auch der Kohn- bzw. Khan- bzw. Khazar-Name!). Die anderen Teilnehmer reiben sich die Augen, blankes Entsetzen. „Nicht, dass dir da was reinkriecht, Kakerlaken oder ein Aal“, warnt Rocco Stark.

Doch das Erotikmodel ist fest entschlossen – und wundert sich, warum die anderen wieder mal über sie lachen.

In dem Punkt ist Micaela aber schmerzfrei, schließlich geht es ums Geschäft.

Zur richtigen Modelkarriere hat es bei ihr nicht gereicht, und so posiert die Topmodel-Achtplatzierte eben auf Tuningmessen, als „Topless-DJane“ oder läßt sich von Passanten in der Berliner Innenstadt ans Dekolletee fassen, um ihre Erotikkalender oder Videoclips zu promoten.

Dem Anlass angemessen gekleidet? Erotikmodel Micaela Schäfer bei der Dschungelprüfung

Dem Anlass angemessen gekleidet? Erotikmodel Micaela Schäfer bei der Dschungelprüfung

Dumm ist die gebürtige Leipzigerin sicher nicht. Arzttochter, gelernte pharmazeutische Assistentin, und sie weiß ganz genau:

Die öffentliche Erregung ist nötig, damit sie mit der privaten ihr Geld verdienen kann.

Nun wollen im Camp fast alle was verkaufen, meist irgendwelche schlimmen CDs. Ungewöhnlich ist da eigentlich nur, mit welcher Chuzpe Micaela ihren Radikalexhibitionismus durchzieht.

Mit nacktem Hintern durch den Schleim

Als sie im kleinstmöglichen aller Höschen zur Prüfung antritt, bringt sie sogar kurzzeitig Dr. Bob aus dem Konzept.

Bei der „Letzten Ölung“, erklärt er dann, soll Micaela die Essenssterne in einem düsteren Tunnel voller Ungeziefer aufspüren. Es handelt sich dabei übrigens um jene legendäre „schwerste Dschungelprüfung von allen“, bei der im Vorjahr Sarah Knappik so furios scheiterte.

Doch Micaela ist zäher und zieht es durch. Jedoch, wie sie da liegt in dieser schleimigen Rinne, übersät von Kakerlaken, wie sie quiekt und schreit mit einigen Hundert quicklebendigen Mehlwürmern auf ihrem nackten Hintern, da wünscht man dem umtriebigen Erotikmodel zumindest diesen einen lichten Gedanken: Daß es manchmal wirklich gute Gründe dafür gibt, eine richtige Hose anzuziehen.

Bei allem Nerv-Nudismus ist Micaela aber immer noch eine der schillernderen Figuren in diesem Dschungelcamp der trüben Tassen. Denn auch nach dem Auszug von Camp-Rambo Ramona ist die Stimmung mies. Jazzy flucht, Vincent Raven verzweifelt weiter an sich selbst und Radost Bokel ist so unsichtbar wie eh und je. Ailton scheint das Geschehen nur noch in einer Art Wachkoma zu erleben, immerhin will der Brasilianer nun wohl doch weiter im Busch ausharren. Es wird immer deutlicher: Es ist in diesem Jahr nicht gelungen, eine Gruppe zusammenstellen, deren Zusammenleben eine einigermaßen interessante Eigendynamik entwickelt.

Auch auf den zweifelhaften Titel des Dschungelkönigs haben wohl nur zwei Teilnehmer eine echte Chance: Rocco Stark und Brigitte Nielsen.

Wer wird Dschungelkönig?

Die Ex-Hollywood-Diva, die in den letzten Jahren nicht weniger als 13 Reality- und Guckloch-Formate hinter sich gebracht hat, spult ihr Programm routiniert runter. Nach einer anfänglichen Schwächephase hat sich die große Blonde zur Camp-Mutti gemausert – und ist oft die die einzige mit eingebauter guter Laune („Oh my gooood!“, „Whooooow!“). Als eine der erfahrensten Trash-TV-Profis des Planeten weiß Brigitte ganz genau, wie ihre Worte wirken. Etwa wenn sie persönlich wird, über ihre Alkohol- und Tablettensucht spricht oder ihre gewalttätigen Ex-Männer.

Aus solchen Geschichten lassen sich Dschungeltriumphe stricken, frei nach dem Motto:

Vom Leben verprügelt, aber immer wieder aufgestanden.

Der andere Titelkandidat heißt Rocco. Und das, obwohl er nicht so richtig lustig ist, wenn er wie vor zwei Tagen mit schriller Stimme die Tunte spielt, oder den „Es kann nur einen geben“-Highlander. Wer hat dem Mann nochmal Schauspieltalent bescheinigt? Sein Techtelmechtel mit Kim Debkowski allerdings ist charmanter anzuschauen als alles, was Jay Khan und Indira jemals auf die Dschungelbühne gebracht haben. Obendrein ist Rocco hilfsbereit, stets freiwillig zur Stelle, wenn irgendwo eine Dschungelprüfung ansteht. Dieses leicht tapsige, aber eben ehrliche Bemühen könnte das Ticket sein, auf dem er – siehe Peer Kusmagk im letzten Jahr – bis ins Finale segelt.

Rausgewählt wurde am Sonntagabend niemand – und damit hat RTL mal ordentlich seine Zuschauer veralbert. Weil Martin Kesici freiwillig gegangen war, konnte man sich eine Abwahlrunde sparen.

Diese Information gab es allerdings erst kurz vor Schluß. „Ihre Anrufe zählen selbstverständlich für morgen“, war Sonja Zietlow sichtlich um Beschwichtigung bemüht.

Fair wäre natürlich gewesen, dem Publikum von Beginn an die Wahl zu lassen, ob man auch an einem Abend ohne Entscheidung sein Geld für Anrufe ausgeben möchte.

So wirkt es nur wie schlechter Stil für ein paar Euro mehr in der Kasse.

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