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Russland stellt sich auf Russland stellt sich auf Timoschenkos Seite

9. August 2011
  • Artikelbild: "Julia, wir stehen dir bei", heißt es auf diesem Plakat in dem Zeltcamp ihrer Unterstützer vor dem Gerichtsgebäude. - Foto: Sergei Chuzavkov/AP/dapd

    „Julia, wir stehen dir bei“, heißt es auf diesem Plakat in dem Zeltcamp ihrer Unterstützer vor dem Gerichtsgebäude.

USA und EU protestieren gegen Verhaftung – Gericht bleibt hart: Ukrainische Politikerin Julia Timoschenko bleibt in Haft – Tausende demonstrieren für Freilassung

Nicht einmal Beistand von oben hat der ehemaligen ukrainischen Premierministerin Julia Timoschenko helfen können. Obwohl sich selbst Patriarch Filaret von Kiew, das Oberhaupt der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche, für die Freilassung der Oppositionsführerin Julia Timoschenko einsetzte, lehnte das Petscherski-Gericht in Kiew, vor dem sich Timoschenko derzeit wegen Amtsmissbrauchs verantworten muss, am Montag die Aufhebung der Untersuchungshaft ab.

Die 50jährige Politikerin war am Freitag im Gerichtssaal festgenommen worden, da sie nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die „Wahrheitsfindung stört und sich nicht an die Prozessordnung hält“. Timoschenko hatte den zuständigen Richter beschuldigt, einen politischen Prozess zu führen.

Timoschenkos Verhalten bei der Aussage ihres Nachfolgers, Nikolai Asarow, dürfte das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Die Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko unterbrach Nikolai Asarow wiederholt und beschuldigte ihn der Korruption.

Unerwartete Unterstützung erhält die Ikone der Orangen Revolution aus Russland. Nachdem die USA und die EU bereits gegen die Verhaftung protestiert hatten, veröffentlichte auch das russische Außenministerium eine scharfe Erklärung.

„Alle Gasverträge des Jahres 2009 wurden in strenger Übereinstimmung mit der nationalen Gesetzgebung beider Staaten und dem internationalen Recht geschlossen. Für die Unterzeichnung lagen alle notwendigen Weisungen der Präsidenten Russlands und der Ukraine vor“, hieß es von Seiten des Außenministeriums.

Damit widerspricht Russland dem Vorwurf der derzeitigen ukrainischen Führung, Julia Timoschenko habe beim Abschluss eines Gasvertrages ihre Vollmachten überschritten.

Dadurch soll der Ukraine ein Schaden von 1,5 Milliarden Grywnja (rund 132 Millionen Euro) entstanden sein. Timoschenko drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Laut ukrainischen Politologen wird das Urteil von den Protesten der Timoschenko-Anhänger und dem internationalen Druck auf Kiew abhängen. Mit ihrer Verhaftung ist der Oppositionsführerin Julia Timoschenko mediale Aufmerksamkeit sicher. „Die Ex-Premierministerin hat es geschafft, den Strafprozess gegen sich in einen politischen Prozess umzuwandeln“, urteilte die russische Tageszeitung Iswestija.

Am Montag protestierten in Kiew tausende Menschen gegen die Inhaftierung Timoschenkos. Vor dem Gericht bauten Oppositionelle und Anhänger Timoschenkos eine Zeltstadt auf.

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