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Verrückter nicht „verrückt“? Anders Behring Breivik telefonierte während Osloer Attentat mit Polizei

2. August 2011

Überlebende bestätigen Telefonate – der geständige Attentäter von Norwegen, Anders Behring Breivik, hat nach eigenen Angaben während des Attentats auf der Insel Utoya mit der Polizei telefoniert. Bei seiner jüngsten Vernehmung am Freitag habe sein Mandant erklärt, die Polizei von der Insel aus angerufen zu haben, sagte Behring Breiviks Anwalt Geir Lippestad. Zudem bat Breivik um einen japanischen Psychiater.

Zu der Äußerung seines Mandanten, könne Lippestad keine Angaben machen. Er wisse jedoch nicht, ob dies stimme. Mehrere Überlebende des Massakers, bei dem 69 überwiegend jugendliche Teilnehmer eines Sommerlagers der regierenden Arbeiterpartei getötet worden waren, hatten jedoch berichtet, den 32-jährigen Schützen am Telefon gesehen zu haben.

Anders Behring Breivik telefonierte während Attentat mit Polizei

Anders Behring Breivik telefonierte während Attentat mit Polizei

Die Polizei wollte diese Berichte zunächst nicht kommentieren und war zu einer Stellungnahme zu Behring Breiviks jüngsten Äußerungen nicht zu erreichen. Sie hatte zuvor erklärt, dass sämtliche Handys, Kameras und Computer, die auf der Insel Utoya gefunden wurden, für die Ermittlungen ausgewertet würden, um den genauen Ablauf des Anschlags nachzeichnen zu können.

Lippestad sagte, sein Mandant habe sich bei der Vernehmung am Freitag auch an den Folgen und den Reaktionen auf sein Attentat interessiert gezeigt. „Er wollte wissen, wie viele Menschen verletzt und getötet wurden und fragte nach der Medienreaktion“, sagte Lippestad.

Rund anderthalb Stunden vor dem Beginn der Schießerei auf Utoya war im Osloer Regierungsviertel eine Autobombe hochgegangen. Acht Menschen wurden durch die Explosion getötet.

Zudem bat der geständige Attentäter nach Angaben seines Anwalts, um einen japanischen Psychater. Dieser Wunsch habe mit dem „Ehrbegriff“ seines Mandanten zu tun, sagte Behring Breiviks Anwalt Geir Lippestad am Dienstag der norwegischen Zeitung „Dagens Naeringsliv“. “

Er denkt, dass ihn ein Japaner besser verstehen würde als ein Europäer.“ Das Gericht in Oslo hatte die norwegischen Psychiater Synne Sörheim und Torgeir Husby damit beauftragt, den Geisteszustand des geständigen Attentäters zu untersuchen und über seine Zurechnungsfähigkeit zu entscheiden. Behring Breivik habe ihm nichts darüber gesagt, dass er sich weigere, mit den beiden zu sprechen, sagte Lippestad.

Lippestad ist selbst Mitglied der Arbeiterpartei, gegen deren Politik sich die Anschläge in Oslo und auf Utoya mit 77 Toten am 22. Juli gerichtet hatten. Er hatte seinen Mandaten kurz nach dem Attentat als „verrückt“ bezeichnet.

Sollte Behring Breivik für unzurechnungsfähig erklärt werden, könne er „nicht in einem Gefängnis bestraft werden“.

Nach Einschätzung mehrerer Psychiater dürfte er jedoch als zurechnungsfähig eingestuft werden. Dann müsste er seine Strafe im Gefängnis absitzen und würde nicht in die Psychiatrie kommen.

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