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Breivik wird wohl für zurechnungsfähig erklärt

31. Juli 2011
Picture of Pirme Minister of Norway, Jens Stoltenberg

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Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik wird nach seinen Anschlägen mit 77 Toten einem Experten zufolge vermutlich nicht als unzurechnungsfähig eingestuft. Dazu habe er seine Taten zu gut geplant, sagte ein Experte.

Anders Behring Breivik habe seine Anschläge so sorgfältig geplant und ausgeführt, dass man ihn nur schwer als Geisteskranken betrachten könne, sagte der Leiter des forensisch-medizinischen Ausschusses, Tarjei Rygnestad.

Laut Polizei plante Anders Behring Breivik neben den Anschlägen im Osloer Regierungsviertel und dem Jugendlager auf der Insel Utöya noch weitere Bluttaten.

Das Ergebnis der psychologischen Beurteilung Anders Behring Breivik entscheidet darüber, ob der 32-Jährige zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wird oder in der Psychiatrie behandelt wird. Ein Psychotiker könne lediglich einfache Dinge tun, sagte Rygnestad am Sonntag der Nachrichtenagentur AP. Selbst die Autofahrt von Oslo nach Utöya sei in einem solchen Fall zu kompliziert. „Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass er psychotisch war“, erklärte Rygnestad.

Der forensisch-medizinische Ausschuss überprüft und billigt die Beurteilung Anders Behring Breivik durch zwei vom Gericht bestellte Psychiater, anschließend entscheidet der Richter über die Schuldfähigkeit des 32jährigen. Anders Behring Breivik hat die Anschläge gestanden und nach eigenen Angaben Jahre mit ihrer Vorbereitung verbracht.

Sein Anwalt hat erklärt, der 32jährige Anders Behring Breivik sei der Meinung, er habe die Attentate ausführen müssen, um Norwegen und Europa zu retten – was darauf hindeutet, dass er möglicherweise auf eine Schuldunfähigkeit wegen Geisteskrankheit plädieren will.

Die Polizei teilte am Samstag mit, Anders Behring Breivik habe weitere Ziele anvisiert, die in Verbindung mit der Regierung und der sozialdemokratischen Arbeiterpartei von Ministerpräsident Jens Stoltenberg gestanden hätten. Der Attentäter Anders Behring Breivik fragte demnach bei einem zehnstündigen Verhör am Freitag, wie viele Menschen er am 22. Juli getötet habe. Als ihm die Opferzahl genannt worden sei, habe er keinerlei Regung gezeigt. Bei dem Bombenanschlag in Oslo kamen acht, bei dem anschließenden Blutbad auf Utöya 69 Menschen ums Leben.

In einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ hieß es, die norwegischen Behörden suchten noch einen Großteil der von Anders Behring Breivik bestellten sechs Tonnen Düngemittel. Für den Anschlag auf Regierungsgebäude in Oslo sei nur ein Bruchteil verbraucht worden.

Auf der Insel Utöya hätte die Sondereinheit zudem mit Benzin gefüllte Plastikflaschen in den Bäumen gefunden. Wie der „Spiegel“ weiter berichtete, hatten die Polizisten bei der Festnahme Anders Behring Breiviks befürchtet, dass er Sprengstoff am Körper trage. Bei einem Kabel, das die Beamten an Breivik gesehen hätten, habe es sich aber um das eines iPods gehandelt.

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